Von Baruch Spinoza gelernte Lektionen: Scham und Glaubensentwicklung im Kontext der Herausforderungen der heutigen Gesellschaft
摘要
Baruch Spinoza (1632–1677) war ein niederländischer, in Portugal geborener Philosoph, der sich mit Bibelkritik, den Konzepten der Aufklärung und innovativen Konzepten des Selbst und des Universums befasste. Er wurde in die portugiesisch-jüdische Gemeinschaft hineingeboren und entwickelte kontroverse Ideen über das Judentum und die Natur des Göttlichen, was dazu führte, dass er im Alter von 23 Jahren aus der jüdischen Gemeinschaft exkommuniziert wurde. Dieses Kapitel zielt darauf ab, die Begriffe Scham (SH, engl. shame) und Glaubensentwicklung (FD, engl. faith development) im Leben Spinozas mit Hilfe eines psychobiographischen Ansatzes zu untersuchen. Durch die Analyse von Spinozas Leben leisten die Autor*innen einen Beitrag zur Erweiterung der Theorien über Scham und Glaubensentwicklung und deren mögliche positive Wirkung, wenn sie in eine Quelle des Wachstums, der Selbstentwicklung und des Verständnisses umgewandelt werden. Wie in der Tradition Spinozas wird davon ausgegangen, dass eine bewusst erlebte und vollständig und in der Tiefe verstandene Emotion zur bewussten Wahrnehmung, zum Erkennen und zur Anerkennung dessen, was in der Gegenwart ist, beitragen kann. Diese psychobiografische Darstellung präsentiert neue Erkenntnisse über die Scham- und Glaubensentwicklung in Spinozas Leben, wobei sie einerseits auf Konstrukte der Positiven Psychologie zurückgreift und andererseits einen radikalen Bruch mit vergangenen Ideen darstellt – als ein wesentliches und potenzielles Instrument, um eine Form neuer und kritischer Ideen jenseits der gegenwärtigen Richtungen der Vierten Industriellen Revolution (4IR) ins Auge zu fassen. Es werden Schlussfolgerungen über die Entwicklung von Scham und Glauben und die Lehren und potenziellen Konsequenzen für Menschen beschrieben, die die Herausforderungen der 4IR durchleben.