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Marxistische Historiker, kommunistische Geschichtskulturen und transnationale Beziehungen in Westeuropa in den 1950er- und 1960er-Jahren

  • Thomas Kroll

摘要

Während die Strukturen der marxistischen Geschichtskulturen der kommunistischen Parteien in ihren Umrissen auf nationaler Ebene bekannt sind, ist über ihre transnationalen Beziehungen wenig bekannt, obwohl die zeitgeschichtliche Forschung der letzten Jahre festgestellt hat, dass die Beziehungen zwischen den europäischen kommunistischen Parteien erheblichen Einfluss auf die Entwicklung von Politik und Ideologie während des Kalten Krieges ausübten. In diesem Artikel soll daher die Bedeutung des transnationalen intellektuellen Austauschs in den Geschichtskulturen der westeuropäischen kommunistischen Bewegungen vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis in die 1960er-Jahre untersucht werden. Damit soll allerdings nicht behauptet werden, dass die Zeit zwischen den späten 1940er- und der Mitte der 1960er-Jahre eine gute Zeit für den freien Austausch unter kommunistischen Intellektuellen gewesen wäre. Der kommunistische Nationalismus der Volksfrontjahre radikalisierte sich nach 1945 und nahm in der Anfangszeit des Kalten Krieges chauvinistische Züge an. Die kommunistischen Parteien präsentierten sich als Bannerträger des nationalen Kulturerbes, und ihre Führer wurden nach dem Vorbild des stalinistischen Personenkults als Verkörperung nicht nur der Arbeiterklasse, sondern der gesamten Nation gefeiert. Die Auseinandersetzung mit dem Stalinismus auf dem XX. Parteitag der KPdSU 1956 blieb bis weit in die 1960er-Jahre hinein mit Tabus behaftet und trug nur wenig zur Öffnung der Parteien für neue Ideen bei.