Der Diskurs gegen „schändliche Geschäftemacherei“ in Griechenland 1914–1925: Begriffe der Ausbeutung, der antikapitalistischen Moral und der moralischen Ökonomie
摘要
Ziel dieses Beitrags ist es, das Konzept der moralischen Ökonomie zu erläutern und seine Relevanz für einen Diskurs mit starken Elementen einer antikapitalistischen Moral zu prüfen, die sich im Griechenland des frühen 20. Jahrhunderts entwickelte. Wir argumentieren, dass wir das Konzept der moralischen Ökonomie auf eine bestimmte Phase der kapitalistischen Entwicklung beschränken sollten, als das Erbe älterer Marktregeln noch Bestand hatte und eine Art alternativer Ökonomie darstellte. Die von uns angebotene Interpretation des Diskurses gegen das Profitstreben verbindet ihn nicht so sehr mit der Verteidigung eines bestimmten moralischen Regimes, sondern mit der Verbreitung sozialistischer Ideen und neuer Vorstellungen von Ausbeutung in einer Zeit des Übergangs von der Politik zur Wirtschaft als dem vorherrschenden intellektuellen Paradigma der Konzeptualisierung sozialer Hierarchien. Die starke Präsenz moralischer Werte im politischen Diskurs würde sich besser in eine Untersuchung des Kampfes um Hegemonie einfügen, der in jeder Gesellschaft stattfindet.