‚Corporate Citizens‘ bei den Vereinten Nationen: Die GEP-Anhörungen von 1973 und der neue Geist der multinationalen Unternehmen
摘要
Zu Beginn der 1970er-Jahre wurden multinationale Unternehmen und ihre sich entwickelnde Rolle in der Weltpolitik und -wirtschaft zu einer Quelle großer Spannungen in der internationalen Politik. Diese Legitimationskrise war das Ergebnis des Zusammentreffens mehrerer Faktoren: des Kalten Krieges, des Wachstums multinationaler Konzerne, der Entkolonialisierung und des Aufstiegs des globalen Südens sowie der Ereignisse in Chile. Eine Reihe von Bedenken gegenüber multinationalen Unternehmen führte zu einer Reihe von neuen Untersuchungen, Forschungen und hochkarätigen politischen Debatten und Anhörungen bei den Vereinten Nationen. Diese Anhörungen zeugen davon, wie Vertreter multinationaler Unternehmen angesichts der kritischen Betrachtung und der öffentlichen Aufmerksamkeit ihre Aktivitäten in Entwicklungsländern verteidigen, rechtfertigen und legitimieren mussten, was letztlich zu einer neuen „moralischen Ökonomie“ des multinationalen Kapitalismus führte: dem Geist sich selbst regulierender, moralisch verantwortlicher multinationaler Unternehmen, die als „gute Unternehmensbürger“ in Entwicklungsländern agieren würden.