Humanisierung des Kapitalismus: Der Bildungsauftrag der Ford Foundation in Westdeutschland und den Vereinigten Staaten (1945–1960)
摘要
Die Philanthropie der Unternehmen bewegt sich in dem Spannungsfeld, ein kapitalistisches System zu kritisieren, das sie gleichzeitig propagiert. Das Aufeinanderprallen moralischer Werte findet innerhalb der Philanthropien und als Reaktion auf ihre Aktivitäten statt, die für die Verbreitung kapitalistischer Moralvorstellungen von entscheidender Bedeutung sind. In der Zeit des Kalten Krieges war die Ford Foundation ein wichtiger Akteur bei der weltweiten Verbreitung der Idee des freien Unternehmertums als Grundlage der Demokratie. Während des Kalten Krieges kritisierte die Stiftung autoritäre Versionen des Kapitalismus, die individuelle statt kollektive Verantwortung hervorhoben. Die Versuche der Ford Foundation, den Kapitalismus zu humanisieren, werden in drei Bereichen untersucht: im Nachkriegsdeutschland durch die amerikanische Strategie der Betonung „moderner“ Arbeitsbeziehungen, dann im Inland durch ihr großes idealistisches Projekt der liberalen Erwachsenenbildung, das freies Unternehmertum voraussetzte und gleichzeitig die Überwindung der Unzulänglichkeiten der Konsumgesellschaft anstrebte, und schließlich durch die Reform der Wirtschafts- und Managementausbildung.