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Analyse und Wahrnehmung von javanischen Gamelan-Stimmungen

  • Gerrit Wendt,
  • Rolf Bader

摘要

Die Gamelanmusik, wie sie auf den indonesischen Inseln Java und Bali gespielt wird, ist eine der bekanntesten und am besten erforschten außereuropäischen Musiktraditionen. Insbesondere die Stimmungen der Gamelan-Ensembles haben die Forscher seit den Anfängen der Systematischen und Vergleichenden Musikwissenschaft fasziniert, da sich diese Stimmungen erheblich von denen westlicher, nahöstlicher oder anderer Musiktraditionen unterscheiden und sogar zwischen verschiedenen Gamelan-Ensembles variieren. Außerdem sind die meisten Instrumente des Ensembles Idiophone mit unharmonischen Obertonspektren. Eine Möglichkeit, bestimmte Merkmale der Gamelan-Stimmungen zu erklären, besteht darin, die unharmonischen Klangspektren der Perkussionsinstrumente mit der Wahrnehmung von Dissonanzen in Verbindung zu bringen. Diese Theorie geht davon aus, dass die psychoakustische Empfindung, die als Rauhigkeit beschrieben wird, als dissonant wahrgenommen und daher vermieden wird. In dieser Studie wird der Einfluss musikalischer Rauhigkeit auf die Wahrnehmung verschiedener Gamelan-Stimmungen untersucht, indem psychoakustische Messungen mit dem Ergebnissen eines Online-Fragebogens korreliert werden. Auf der Grundlage von Klangbeispielen eines bestehenden Gamelan-Ensembles aus Hamburg wurde in einer DAW eine Gamelan-Melodie erstellt. Durch Verstimmung der Klänge wurden mehrere Versionen der Melodie in verschiedenen Temperamenten erstellt. Es zeigt sich, dass die gemessene Rauhigkeitund die Wahrnehmung von Dissonanz verschiedener Gamelan-Stimmungenin allen verstimmten Fällen sehr gut korrelieren. Das Originalstück korreliert jedoch nicht, was auf eine andere Wahrnehmungsstrategie für die ursprüngliche Ensemble-Stimmung hindeutet.