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Die Weisheit der Gruppe: RANDs erste Versuche mit Expert:innenprognosen, 1947–1951

  • Christian Dayé

摘要

In diesem Kapitel wird die Geschichte der Sozialprognose bei RAND bis zu einer Studie aus dem Jahr 1947 zurückverfolgt, die von Abraham Kaplan, A. L. Skogstad und Meyer A. Girshick verfasst wurde. Die Idee, dass man Einschätzungen von Expert:inn bei der Erstellung von Prognosen nutzen könnte, war für sich genommen nicht neu; bereits im neunzehnten Jahrhundert bildete sie die Grundlage von Prognoseverfahren. Die RAND-Forscher:innen kombinierten jedoch diesen Zugang mit der Überlegung, dass eine (kontrollierte) Interaktion zwischen den Expert:innen zu besseren Prognoseergebnissen führen würde. Inspiriert von den Ergebnissen der früheren Studie, führten Olaf Helmer und Norman C. Dalkey 1951 die erste Delphi-Studie durch. In der Studie wurden die Expert:innen gebeten, die Anzahl der Atombomben zu schätzen, die die Sowjetunion über den USA abwerfen müsste, um die amerikanische Waffenproduktion nachhaltigen Schaden zuzufügen. Im Gegensatz zu späteren Delphi-Studien waren in diesem ersten Forschungsdesign Delphi-Studie quantitative und qualitative Erhebungsphasen kombiniert, was einen indirekten Austausch zwischen den teilnehmenden Expert:innen über die Überlegungen hinter ihren Schätzwerten ermöglichte.