Cranz’ Grönland als Sprungbrett nach Labrador: Dem Profil der Inuit auf der Spur
摘要
Dieses Kapitel befasst sich mit Cranz’ Kapitel über die Labrador-Inuit in der Fortsetzung der Historie von Grönland von 1770. Cranz’ Kapitel stützt sich vor allem auf Jens Havens Schriften über die Labradorküste und ihre Bewohner, die er auf seiner Erkundungsreise 1764 zusammengestellt hatte; nach zwei weiteren Herrnhuter Forschungsreisen nach Labrador in den Jahren 1765 und 1770 wurde 1771 die erste Missionsstation der Herrnhuter Brüdergemeine an dieser Küste errichtet („Nain“). Haven stellte seine Labrador-Manuskripte in London fertig, als Cranz gerade seine Ausgabe von 1765 beendete. Cranz’ Motiv für die Aufnahme von Kapitel 21 (Anhang) in seine Fortsetzung war, zu zeigen, dass die Labrador-Inuit und die Grönländer im Grunde dasselbe Volk waren, damit die Brüdergemeine um den Zugang zu den Labrador-Inuit werben konnte. Olsthoorn verwendet jedoch dieselben Quellen als Gegenargument, um einige Unterschiede herauszustellen und so zu zeigen, dass diese beiden Völker trotz ihrer gemeinsamen kulturellen und sprachlichen Wurzeln nicht dasselbe waren. Ihre Arbeit unterstreicht auch den Gedanken, dass Cranz’ Buch und die nachfolgenden Herrnhuter Schriften zur Konstruktion einer arktischen Welt und arktischer Völker beitrugen und Grönland und Labrador in den konzeptionellen Rahmen der atlantischen Welt stellten.