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Harnblasenkrebs

  • Wolfgang A. Schulz

摘要

Die meisten Krebserkrankungen in der Harnblase sind Urothelkarzinome (UC). Sie werden hauptsächlich durch chemische Karzinogene, speziell durch aromatische Amine, verursacht. Das Risiko für Blasenkrebs hängt von der Exposition und Polymorphismen in Genen des Karzinogenstoffwechsels ab. Aufgrund der Vielfalt der Subtypen mit variablem klinischem Verhalten besteht ein wichtiges klinisches Problem darin, die optimale Behandlung für einzelne Harnblasenkrebspatienten zu wählen. Ein Hauptthema in diesem Kapitel ist, dass die Unterschiede im klinischen Verhalten von UC mit Unterschieden in ihren molekularen Eigenschaften korrespondieren. Bei allen UC sind mehrere Krebssignalwege und zelluläre Kontrollsysteme inaktiviert, jedoch in unterschiedlichem Ausmaß und durch unterschiedliche genomische Veränderungen bei den Subtypen. Gut differenzierte papilläre UCs enthalten weniger genetische Anomalien, insbesondere den Verlust von Chromosom 9 mit CDKN2A, onkogene FGFR3 Mutationen und TERT Promotor-Mutationen. Invasive UC zeigen ausgeprägte chromosomale Instabilität und zusätzliche Veränderungen in der Zellzyklus- und Checkpoint-Regulation, MAPK- und PI3K-Signaltransduktion. Die epigenetische Regulation durch die COMPASS- und SWI/SNF-Komplexe, welche die Enhancer-Aktivierung während der Embryonalentwicklung und Gewebedifferenzierung regulieren, ist bei allen UC-Subtypen gestört. Papilläre Urotheltumoren scheinen hauptsächlich infolge der Überaktivität von Signalwegen zu wachsen, welche die Proliferation von normalen Urothelzellen während der Geweberegeneration steuern. Im Vergleich dazu haben invasive UC die Wachstumsregulation weitgehend von extrinsischen Signalen entkoppelt. UC-Subtypen unterscheiden sich zudem in der Expression von luminalen und basalen Urotheldifferenzierungsmarkern. Mehrere Subtypen exprimieren luminale Differenzierungsmarker, aber der basale-squamöse Subtyp ähnelt basalen Urothelzellen und zeigt oft eine squamöse Metaplasie. Nur wenige gezielte molekulare Therapeutika sind für UC verfügbar, einschließlich FGFR-Inhibitoren für einige Tumoren vom luminalen Subtyp.