Soziale Bewegungen und der Wandel der industriellen Eliten in Ostdeutschland
摘要
Ziel dieses Aufsatzes ist es, die Auswirkungen sozialer Bewegungen auf den Personalwechsel auf der Führungsebene größerer Industrieunternehmen in den Nachkriegsjahren zu untersuchen. Besonderes Augenmerk wird dabei auf den Entstehungsprozess dieser Bewegungen in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) gelegt, indem ihre soziale Basis und ihre Langlebigkeit untersucht werden. In der Literatur wird eine spontane Entstehung von Bewegungen in der Phase nach der deutschen Kapitulation beschrieben, die in der SBZ jedoch bald durch die wiedergewonnene Souveränität der ersten zugelassenen politischen Parteien und die Neuorganisation der öffentlichen Verwaltungen auf Gemeinde- und Bezirksebene beeinträchtigt wurde. Die Kommunistische Partei, die nach dem Zusammenschluss mit den Sozialdemokraten im April 1946 zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) wurde, versuchte, die Entwicklung der sozialen Bewegungen zu beeinflussen, indem sie auf den Dialog und die Auseinandersetzung mit der sowjetischen Besatzungsmacht setzte.