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Ein untragbarer Kompromiss? Die liberale Demokratie zwischen Populismus und Globalisierung

  • Alberto Ghibellini

摘要

Im Laufe der Zeit hat die Globalisierung die westlichen liberalen Demokratien tiefgreifend beeinflusst, ihr soziales Gefüge beschädigt und ihre rechtlichen und politischen Grundlagen untergraben. Ein solcher Einfluss kann jedoch nur dann vollständig verstanden werden, wenn zunächst die Natur dieser Demokratien verstanden wird. Mit diesem Ziel vor Augen wird in diesem Kapitel eine Genealogie des Konzepts der liberalen Demokratie skizziert und ihr heterogenes Wesen unterstrichen, das sich aus dem historischen Zusammentreffen der unterschiedlichen Traditionen des Liberalismus und der Demokratie ergibt. Als Ergebnis tritt die liberale Demokratie als Kompromiss hervor, den die Globalisierung jetzt unter schwerem Druck gesetzt hat. Genauer gesagt stellt die Globalisierung in dieser Perspektive ein Wachstum des liberalen, individualistischen Bestandteils dieses Kompromisses dar, der den Ausgleich, auf dem die liberale Demokratie ruhte, weitgehend untergraben hat. Dies hat die demokratischen Elemente im Kompromiss dazu gebracht, neue Ausgänge zu suchen, um ihre Bedenken zu äußern und ihre Interessen zu vertreten. Unabhängig davon, wie sehr es im Widerspruch zur liberal-demokratischen Tradition steht, so erscheint „Populismus“ als einer dieser Ausgänge. Wenn ja, sollte Populismus als ein noch „demokratisches“ Symptom eines Problems betrachtet werden, das aufgrund seiner weitgehend unvorhersehbaren Natur jetzt neue Maßnahmen erfordert, um angegangen zu werden.