<p style="text-align: justify;"><span lang="DE" style="color: black;">Das zunehmende Spannungsfeld von Religiosität und Säkularität wird in der Schule vor allem dann mit erheblichem Konfliktpotenzial sichtbar, wenn sich Gebetszeiten muslimischer Schüler*innen mit ihrer Schulzeit überschneiden. Dieses Phänomen wird in Politik, Medien, Verwaltung und Wissenschaft bislang nahezu ausschließlich defizitorientiert beleuchtet, mit Blick auf pädagogische Herausforderungen für Lehrkräfte und Fragen der Radikalisierungsprävention. Erstmals rückt diese Studie die Perspektiven muslimischer Jugendlicher in den Mittelpunkt von Forschung und Analyse.</span></p><p style="text-align: justify;"><span lang="DE" style="color: black;">Ausgehend von den Denk- und Handlungsweisen betenwollender Schüler*innen wird unter Rückgriff auf die Figurationstheorie von Norbert Elias und die Interaktionstheorie Erving Goffmans eine Typologie entwickelt. Zugleich werden diese klassischen Ansätze mit aktuellen migrationsgesellschaftlichen Debatten in Beziehung gesetzt.</span></p><p style="text-align: justify;"><span lang="DE" style="color: black;">Die Studie verbindet damit zentrale Fragen der Bildungspolitik, der schulischen Praxis sowie der grundrechtlichen Gewährleistung religiöser Freiheit im Kontext eines säkularen Staates – und dies aus der Perspektive religiöser Schüler*innen. Über den konkreten Untersuchungsgegenstand hinaus verdeutlicht dieses Buch die gesellschaftliche Relevanz des Themas und eröffnet neue Perspektiven auf die Aushandlung von Religiosität und Säkularität in pluralen Gesellschaften.</span></p>

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Beten im Spannungsfeld der säkularen Schule

  • Katty Nöllenburg

摘要

Das zunehmende Spannungsfeld von Religiosität und Säkularität wird in der Schule vor allem dann mit erheblichem Konfliktpotenzial sichtbar, wenn sich Gebetszeiten muslimischer Schüler*innen mit ihrer Schulzeit überschneiden. Dieses Phänomen wird in Politik, Medien, Verwaltung und Wissenschaft bislang nahezu ausschließlich defizitorientiert beleuchtet, mit Blick auf pädagogische Herausforderungen für Lehrkräfte und Fragen der Radikalisierungsprävention. Erstmals rückt diese Studie die Perspektiven muslimischer Jugendlicher in den Mittelpunkt von Forschung und Analyse.

Ausgehend von den Denk- und Handlungsweisen betenwollender Schüler*innen wird unter Rückgriff auf die Figurationstheorie von Norbert Elias und die Interaktionstheorie Erving Goffmans eine Typologie entwickelt. Zugleich werden diese klassischen Ansätze mit aktuellen migrationsgesellschaftlichen Debatten in Beziehung gesetzt.

Die Studie verbindet damit zentrale Fragen der Bildungspolitik, der schulischen Praxis sowie der grundrechtlichen Gewährleistung religiöser Freiheit im Kontext eines säkularen Staates – und dies aus der Perspektive religiöser Schüler*innen. Über den konkreten Untersuchungsgegenstand hinaus verdeutlicht dieses Buch die gesellschaftliche Relevanz des Themas und eröffnet neue Perspektiven auf die Aushandlung von Religiosität und Säkularität in pluralen Gesellschaften.