<p>Dieses Open-Access-Buch entwickelt, pilotiert und validiert ein Testverfahren auf Basis des rational-cloze-Prinzips zur Ermittlung der produktiven fachspezifischen Wortschatzbreite im Deutschen. Lateinunterricht greift systematisch auf das Deutsche als Vermittlungs-, Vergleichs- und Zielsprache zurück – ein Umstand, der hohe Anforderungen an die deutschen Wortschatzfähigkeiten der Lernenden stellt. Allerdings fehlen bislang empirisch fundierte Untersuchungen zu den deutschen Lernbedeutungen lateinischer Vokabeln, mit denen die Lernenden im Unterricht übersetzen. Die Autorin schließt diese Forschungslücke erstmals mit einer systematischen Analyse einer umfangreichen Wortliste aus aktuellen Lehrwerken. Auf Basis eines Korpus von 120 Zielwörtern sowie Erhebungen unter 824 Achtklässler:innen verbindet sie fachdidaktische und sprachdiagnostische Perspektiven, um die sprachlichen Voraussetzungen heutiger Lateinlernender präzise zu erfassen.</p><p>Die Ergebnisse belegen die psychometrische Qualität des Instruments ebenso wie die Relevanz zentraler Einflussfaktoren: Wortschatzfähigkeiten im Deutschen korrelieren substanziell mit der jeweils angewählten zweiten Fremdsprache und hängen – wie zahlreiche Studien bestätigen – eng mit sozialen und migrationsbedingten Hintergrundmerkmalen zusammen. Durch IRT-basierte Modellierungen wird gezeigt, dass die ausgewählten Zielwörter unterschiedliche Schwierigkeitsgrade und diagnostische Trennschärfen aufweisen und sich der Test zuverlässig skalieren lässt.</p>

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Fachspezifische deutsche Wortschatzfähigkeiten von Schüler*innen im Lateinunterricht

  • Sophie K. Maas

摘要

Dieses Open-Access-Buch entwickelt, pilotiert und validiert ein Testverfahren auf Basis des rational-cloze-Prinzips zur Ermittlung der produktiven fachspezifischen Wortschatzbreite im Deutschen. Lateinunterricht greift systematisch auf das Deutsche als Vermittlungs-, Vergleichs- und Zielsprache zurück – ein Umstand, der hohe Anforderungen an die deutschen Wortschatzfähigkeiten der Lernenden stellt. Allerdings fehlen bislang empirisch fundierte Untersuchungen zu den deutschen Lernbedeutungen lateinischer Vokabeln, mit denen die Lernenden im Unterricht übersetzen. Die Autorin schließt diese Forschungslücke erstmals mit einer systematischen Analyse einer umfangreichen Wortliste aus aktuellen Lehrwerken. Auf Basis eines Korpus von 120 Zielwörtern sowie Erhebungen unter 824 Achtklässler:innen verbindet sie fachdidaktische und sprachdiagnostische Perspektiven, um die sprachlichen Voraussetzungen heutiger Lateinlernender präzise zu erfassen.

Die Ergebnisse belegen die psychometrische Qualität des Instruments ebenso wie die Relevanz zentraler Einflussfaktoren: Wortschatzfähigkeiten im Deutschen korrelieren substanziell mit der jeweils angewählten zweiten Fremdsprache und hängen – wie zahlreiche Studien bestätigen – eng mit sozialen und migrationsbedingten Hintergrundmerkmalen zusammen. Durch IRT-basierte Modellierungen wird gezeigt, dass die ausgewählten Zielwörter unterschiedliche Schwierigkeitsgrade und diagnostische Trennschärfen aufweisen und sich der Test zuverlässig skalieren lässt.