Grazer Geriatrie Tool
摘要
Bedarfsgerechte und ressourcenorientierte Versorgungsentscheidungen für die hochaltrige Bevölkerung werden immer bedeutsamer. Das Grazer Geriatrie Tool (GGT) wurde entwickelt, um Zuweiser:innen bei der Zuordnung geriatrischer Patient:innen zu den einzelnen spezialisierten Versorgungsformen zu unterstützen.
ZielIn der Studie wurde die Praxistauglichkeit des GGT getestet.
Material und MethodenIm Rahmen dieser Studie wurde eine tatsächliche Zuweisungsentscheidung von Health Professionals mit der Empfehlung des GGT verglichen. Anschließend wurde der tatsächliche Aufenthaltsort nach ein bis acht Wochen nach Transfer der Patient:innen mittels telefonischer Nachfrage evaluiert.
ErgebnisseVon 90 Zuweisungen stimmten die Zuweiser:innenentscheidungen bei 81,1% (n=73) mit dem GGT überein. Der tatsächliche Aufenthaltsort der Patient:innen stimmte mit den Zuweiser:innen zu 85,6% (95%KI: 78,0 – 92,5) überein und mit dem GGT zu 68,9% (95%KI: 58,4 -78,0).
DiskussionDas GGT weist eine höhere Anzahl an Zuweisungen zu ambulanten bzw. teilstationären Versorgungsstrukturen auf als es die Zuweiser:innenentscheidungen und insbesondere die tatsächlichen Aufenthaltsorte letztendlich zeigen. Dieses Ergebnis zeigt die stationäre Dominanz und Lücken im derzeit bestehenden Versorgungssystem auf, welches noch zu geringe Kapazitäten im ambulanten und mobilen Bereich aufweist. Außerdem können die zugrundeliegenden Finanzierungsmodelle eine Tendenz zu stationären Strukturen begünstigen, die in der Regel für die Betroffenen kostengünstiger und bürokratischer sind, als mobile Betreuungsstrukturen, die mit Selbstbehalten behaftet sind.